Bachgaubären bleiben hinter den Erwartungen zurück


Zum Saisonstart in der Oberliga musste der ASV Schaafheim die Überlegenheit des TSV Gailbach anerkennen. Die zweite Mannschaft startet siegreich in die Hessenliga während die Jugendmannschaft einen Pflichtsieg gegen dezimierte Gäste aus Arheilgen einfährt.

Am vergangenen Freitag war es dann endlich wieder soweit – das Ringen kehrte zurück in die schaafheimer Kulturhalle. Nachdem im Vorjahr Corona bedingt nach der Hinrunde Schluss war, soll in diesem Jahr endlich wieder eine vollständige Ringersaison stattfinden. Vor stattlicher Kulisse begann der Kampfabend im Rahmen der Jugendliga mit den Nachwuchssportlern des ASV Schaafheim sowie der Gäste aus Arheilgen. Die angereiste Mannschaft aus dem Darmstädter Vorort reiste jedoch nur mit fünf von zehn möglichen Sportlern im Aufgebot an, was zur Folge hatte, dass die Jugendmannschaft des ASV lediglich einen Sieg zum Mannschaftserfolg beisteuern musste. Auf der Matte konnten aus schaafheimer Sicht dann vor allen Dingen Kaiwen Hotopp und Orest Podedvorny überzeugen, die jeweils mit einem Schultersieg glänzten. Am Ende siegten die Nachwuchsathleten des ASV mit 7:3.

Im Anschluss bekam die zweite Mannschaft des ASV Schaafheim die Möglichkeit sich erstmals in der Hessenliga zu beweisen. Im Vorjahr wurde die Reserve des schaafheimer Ringerteams ungeschlagener Meister in der Landesliga und sicherte sich somit das Aufstiegsrecht. Zu Gast waren an diesem Abend die zuvor hochgehandelten Gäste aus Frankfurt-Griesheim. Beide Mannschaften waren an diesem Abend nicht in der Lage aus dem Vollen zu schöpfen. Nachdem Jannik Buchheimer auf Grund einer Blinddarmerkrankung kurzfristig absagen musste und auch Tom Ouzounis mit einem grippalen Infekt antrat schien ein Sieg für die Bachgaubären vorerst unrealistisch. Doch auch Griesheim musste durch das Fernbleiben der Aghaie-Brüder, welche in der Vorwoche noch einen MMA-Profikampf bestritten hatten, improvisieren. Vor dem letzten Kampf der Begegnung lagen die Gäste denkbar knapp mit 15:16 Punkten vorne, ehe Lokalmatador Tobias „Schnake“ Peter die Matte betrat. Im Duell mit Abdulla Fazili entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wobei Peter in den entscheidenden Situationen durch Cleverness glänzen konnte. Er setzte sich letztendlich mit 14:11 durch und sicherte den Bachgaubären somit die zum Team-Erfolg benötigten beiden Mannschaftszähler.

Im Anschluss sollte es zum Highlight des Abends kommen. Mit dem TSV Gailbach war ein langjähriger Kontrahent zu Gast. Die Duelle mit den Athleten aus dem Aschaffenburger Vorort versprechen seit jeher ereignisreiche Kampfabende. Die Kulturhalle war restlos ausverkauft als die Sportler erstmals in der Vereinsgeschichte zur öffentlichen Waage antraten. Unter den Augen des Bürgermeisters Daniel Rauschenberger sowie seines Vorgängers Reinhold Hehmann waren die Bachgaubären sichtlich entschlossen Großes zu leisten. Dass die Trauben selbst vor heimischer Kulisse hoch hängen würden, war jedoch bereits nach der Waage klar. Der TSV reiste mit seiner stärksten Mannschaft, unter anderem dem drittplatzierten der U23 Europameisterschaften Vitalie Eriomenco an.




Vor ausverkauften Rängen feiert Heimkehrer Marcus Plodek seinen gelungenen Einstand


57kg (Freistil): Mit David Bertram und Noah Müller standen sich zwei der größten hessischen Nachwuchstalente gegenüber. Bertram präsentierte sich jedoch in absoluter Bestform und ließ vor allen Dingen physische Vorteile erkennen. Mit 12:0 Punkten ließ er nichts anbrennen und sicherte dem ASV einen Start nach Maß. (3:0)

130kg (gr.-röm.): Im Schwergewicht trafen Torben Berndt und Felix Radinger aufeinander. Berndt ging als Außenseiter in das Duell mit dem bundesligaerfahrenen Ex-Nationalmannschaftsringer aus Gailbach. Radinger wurde seiner Favoritenrolle gerecht und ging früh in Führung. Im Anschluss fand Berndt jedoch besser in den Kampf und nutze konditionelle Defizite des Gailbachers um einen Ausbau dessen Führung zu verhindern. Der Kampf endete mit einer respektablen 1:5 Niederlage. (3:2)

61kg (gr.-röm): Mit vielen Vorschusslorbeeren wurde im Vorjahr Schaafheims Neuzugang Tony Brala präsentiert. Der kroatische Ringer konnte im Vorjahr jedoch nur bedingt zeigen was in ihm steckt und bekam es auch zum Saisonauftakt in diesem Jahr gleich mit einem der ganz großen Kaliber zu tun. Vitalie Eriomenco reiste aus Moldawien in den Bachgau um die Farben des TSV Gailbach zu vertreten. Er ließ Brala keine Chance und beendete den Kampf frühzeitig nach etwas mehr wie drei Minuten mit 16:0. (3:6)

98kg (Freistil): Heiss erwartet wurde das Debut des Heimkehrers Marcus Plodek, der bereits seit zwei Jahren als Trainer beim ASV fungierte und nun erstmals auch sportlich in seine Heimat zurückgekehrt war. Mit Timo Schadler stand diesem der deutsche Meister der Junioren im Limit bis 98 kg gegenüber. Plodek ging dennoch als Favorit in das Duell tat sich jedoch auf Grund einer Platzwunde, sowie mehrfacher Unterbrechungen des Schiedsrichters sichtlich schwer in den Kampf zu finden. Bis in die fünfte Minute lag der Schaafheimer hinten, bis er einen Durchdreherversuch des Gegners kontern konnte und diesen auf beide Schultern drückte. In diesem Moment hielt es wohl keinen der knapp 400 Zuschauer auf den Stühlen und während die Gäste aus Gailbach geschockt auf ihren niedergeschlagenen Sportler blickten, brach unter den Bachgaubären großer Jubel aus. (7:6)

66kg (Freistil): Im Limit bis 66 kg sollte sich nun entscheiden, welche der beiden Mannschaften mit einer Führung in die Pause gehen durfte. Eduard Sandor Vajda traf hier auf Nachwuchstalent Nico Tauber. Der Kampfverlauf war aus schaafheimer Sicht jedoch nicht zufriedenstellend, da Tauber immer und immer wieder durch einfach herausschieben zu Punkten kam. Vajda fehlten hier weitgehend die Antworten auf dessen Beinangriffe, sodass der Kampf mit 6:10 nach Gailbach ging. (7:8)

86kg (gr.-röm): Julian Höreth musste sich in der Gewichtsklasse bis 86 kg mit Evgenij Titovski einem altbekannten Gesicht stellen. Der bundesligaerfahrene Gästeringer trat in der Saison 2011 für den ASV Schaafheim an. Titovski glänzte „Rumreissern“ und starken Techniken in der Bodenlage. Auch hier griff der Unparteiische stark in das Kampfgeschehen ein indem er alleine 6 Punkte nach Verwarnungen vergab. Am Ende behielt auch hier der Gast aus Gailbach mit 5:13 Punkten die Oberhand. Hier hätten sich die Verantwortlichen des ASV sicherlich etwas mehr erhofft. (7:11)

71kg (gr.-röm.): Nun musste unbedingt ein Sieg her. Keine ganz leichte Aufgabe für Lukas Fischmann der mit Claudiu Emanuel Pal einem der stärksten Athleten in dieser Gewichtsklasse gegenüberstand. Dennoch war Fischmann durch seine unangenehme Größe und unorthodoxe Ringweise ein Sieg zugetraut worden. Pal ging früh in Führung wonach Fischmann durch seine Spezialtechnik, den „Saitiev“ schnell ausgleichen konnte. Nach etwas mehr als zwei Minuten und zwischenzeitlichem Führungswechsel sah alles danach aus, dass die beiden sich mit einem ausgeglichenen Ergebnis in die Pause verabschieden würden. Dann kam es jedoch prompt zu einem Dämpfer der schaafheimer Euphorie. Mit einem knackigen Kopfhüftschwung versetzte der Gästeringer den schaafheimer Neuzugang auf beide Schultern und ließ einen Mannschaftssieg somit immer unwahrscheinlicher werden. Während die schaafheimer Ränge erstummten, waren es nun die Gäste aus Gailbach, die lautstark jubeln konnten. (7:15)

80kg (Freistil): Publikumsliebling Lucas Diehl startete leicht angeschlagen in die Saison und musste nun auf Anhieb abliefern. Mit Dumitru Strah hatte allerdings auch er einen herausragenden ausländischen Kontrahenten vor der Brust. Die erste Runde endete ohne eine einzige Offensivaktion und war enorm taktisch geprägt. Beide Athleten suchten nach einer Lücke im Repertoire des jeweils anderen. Während der Sportler aus Gailbach mit diesem Kampfverlauf durchaus glücklich sein konnte war Diehl in der zweiten Runde gezwungen das Risiko zu erhöhen. Dies bestrafte der abgezockte Gästeringer jedoch durch geschicktes Konterringen und ging letztendlich mit 1:6 Punkten als Sieger von der Matte. Ein Mannschaftssieg war somit bereits vor den beiden letzten Kämpfen nicht mehr möglich. (7:17)

75kg (Freistil): Ergebniskosmetik sollte Eduard Stefan Asan nun im Duell mit Frederik Linz betreiben. Dazu kam es jedoch nicht. Nachdem beide Sportler etwas überdreht und emotional geladen in den Kampf starteten kam es nach knapp 40 Sekunden zu einer gegenseitigen Ohrfeige, die vom Schiedsrichter mit zwei roten Karten geahndet wurden. Wertung 0-0. (7:17)

75kg (gr.-röm.): Im letzten Kampf des Abends lag es nun an dem ungarischen Nationalmannschaftsringer Martin Toth die angereisten Zuschauer noch zufriedenzustellen. Mit Ilhan Myumyunov stand ihm ein erfahrener Athlet gegenüber. Nach nicht einmal einer Minute setzte Toth jedoch zum Hüftwurf an und drückte den Gast aus Gailbach auf beide Schultern. Für die Fans kam es so noch zu einem versöhnlichem Ende - zumindest vorerst. (Endstand 11:17)

Bedauerlicherweise kam es nach dem Kampf zu einem Handgemenge unter Zuschauern. Die Verantwortlichen verurteilen dieses Verhalten scharf und werden daraus Konsequenzen für die kommenden Veranstaltungen ziehen. Beim Ringen stehen Tugenden wie Respekt, Fleiß und Disziplin im Vordergrund. Verhaltensweisen, die sich mit diesen Tugenden nicht in Einklang bringen lassen, werden innerhalb der Kutlurhalle zukünftig nicht geduldet werden.

Doppelkampfwochenende und nächster Heimkampf gegen Mömbris-Königshofen

Bereits am kommenden Wochenende geht es direkt mit zwei Kämpfen für den ASV im Bachgau weiter. Am Samstag den 01.10.2022 empfängt der ASV Schaafheim die RWG Mömbris Königshofen, während die zweite Mannschaft auf den AC Goldbach trifft. Bereits einen Tag später – am Sonntag, den 02.10.2022 - treten die Bachgaubären dann zum Derby in Großostheim an, während die zweite Mannschaft bei der Reserve des Bundesligisten KSC Hösbach startet.

17:30 Uhr ASV Schaafheim (J) vs. AV Groß-Zimmern (J)

18:30 Uhr ASV Schaafheim II vs. AC Goldbach

20:00 Uhr ASV Schaafheim vs. RWG Mömbris-Königshofen


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